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didacta 2021, im Februar
Digitale Bildung

Erst Technik, dann Didaktik?

Ließ Erich Kästner die Schüler noch vom "Fliegenden Klassenzimmer" träumen, heben die Klassenzimmer und Seminarräume heute in digitale Sphären ab.

Ließ Erich Kästner die Schüler noch vom "Fliegenden Klassenzimmer" träumen, heben die Klassenzimmer und Seminarräume heute in digitale Sphären ab. Bye-Bye Schulheft. Hallo Tablet. Was bedeutet das für die Vermittlung von Lerninhalten?

Digitale Bildung

Digitale Bildung
Foto: Die digitale Revolution hat Deutschlands Schulen erreicht. (© imcreator/Waag Society)

Revolution in Deutschlands Schulen: Kreidetafeln sind out, Rechner und interaktive Whiteboards bereits weitgehend Standard. Jetzt rollt schon die Tablet-Welle an. Bis zum Jahr 2020 soll nach Willen der EU-Kommission jeder Klassenraum digital sein. Rund 90 Prozent aller Lehrkräfte haben im Schulunterricht bereits jetzt in irgendeiner Form digitale Medien verwendet. Das belegt die Allensbach-Studie " Digitale Medien im Unterricht " im Auftrag der Deutsche-Telekom-Stiftung. Doch während der Nachwuchs mit Web, iPhone & Co aufgewachsen ist, müssen Pädagogen ihre Rolle in dieser Welt erst noch finden.

Weiterbildungsangebote fehlen

Es reiche nicht, ein interaktives Whiteboard aufzuhängen, sagt Reinhard Koslitz, Geschäftsführer des Didacta-Verbandes, im Gespräch mit der dpa. Der Lehrer müsse auch damit umgehen können. Die Lehrpläne müssten daher auf die neuen Möglichkeiten abgestimmt und Lehrer geschult werden. Denn selbst " die jungen Lehramtsstudierenden sind in Sachen Medienkompetenz nicht ganz so fit wie man immer glaubt ", sagt Prof. Dr. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie seien nicht fit, die neuen Medien pädagogisch sinnvoll einzusetzen.

Moderne Technik allein reicht nicht

Zwei Drittel aller Pädagogen wünschen sich daher von ihrer Schule entsprechende Weiterbildungsangebote, wie eine aktuelle Studie der BITKOM zeigt. Aber wie beeinflussen digitale Medien die Didaktik überhaupt?

"Ein Lehr-Lern-Setting mit digitalen Materialien, digitalen Werkzeugen digitalen Kommunikationswegen kann didaktisch ganz unterschiedlich ausgerichtet sein", schreibt Berater Jöran Muuß-Merholz von der Agentur für Bildung. Die neuen Möglichkeiten böten einerseits das Potenzial für Lernen als selbstgesteuerten, aktiven Vorgang. Andererseits sei die Steuerung und Kontrolle des Prozesses durch Lehrende stärker möglich. "Sind Lernende einem Prozess unterworfen oder haben sie selbst die Kontrolle? Die Frage der Didaktik ist eine politische Frage", sagt Muuß-Merholz. Moderne Technologien allein machten noch keine moderne Schule.

Aber sie helfen vielleicht auf dem Weg dorthin, wie Praxiserfahrungen zeigen. An der Abendschule Bremerhaven werden seit 2010 iPads eingesetzt , sie ist eine von über 160 Pilotschulen in Deutschland. Ergebnis: Durch die intuitive Bedienung gerät die Technik in den Hintergrund, die Pädagogik hat Vorrang. Der alte und teure Computerraum, in dem Schüler oft vom Lehrer abgewandt saßen, hat ausgedient. So schaffen IT-Innovationen in Deutschlands Klassenzimmern bereits Fakten.

Diskutieren Sie mit Fachkolleginnen und Kollegen über die Chancen der Digitalen Bildung: auf der didacta 2015 vom 24. bis 28. Februar 2015 in Hannover. Was denken Sie: Brauchen wir erst mehr Geräte oder neue didaktische Ansätze?

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