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didacta 2021, im Februar
Digitale Bildung

Digitale Schulbücher – ganz im Trend!

Seit 2012 werden auf der didacta digitale Schulbücher vorgestellt. Nur eines von vielen attraktiven Angeboten? Dagegen spricht die Nachfrage.

Sind digitale Schulbücher nur eines von vielen Angeboten oder sind sie mehr?

Digitales Schulbuch
Foto: © Shutterstock/Syda Productions

Seit 2012 werden auf der didacta digitale Schulbücher vorgestellt. Nur eines von vielen attraktiven Angeboten? Dagegen spricht die Nachfrage. Das Interesse auf der didacta ist groß, die Stände sind voll. "Digitale Schulbücher" ist zudem eine kostenlose Software. Verfügbar sind ausschließlich Materialen von renommierten Bildungsanbietern. Die großen Verlage – von Cornelsen über Klett bis Westermann – sind längst auf den Zug aufgesprungen. Sie sehen den praktischen Nutzen, die Servicefunktion. In der Tat:

Lehrkräfte und Schüler können Notizen hinterlegen, zoomen und viele Anwendungen nutzen. Um die neuen digitalen Bücher lesen zu können, müssen Schüler und Lehrer einen Code kaufen. Das ist eine bestimmte Zahlenfolge. Mit der können sie dann über das Internet auf das Buch zugreifen. Das geht in der Schule, aber auch bequem vom Schreibtisch daheim. In den elektronischen Büchern kann man blättern, Sätze anstreichen, Bilder vergrößern oder auch Videos anschauen. Es gibt schon rund 800 digitale Bücher für etwa 40 Fächer. Quelle: kiraka.de

Unterschiedliche Meinungen

Doch die bisherigen Erfahrungen sind nicht nur positiv. Fragezeichen bleiben. Lehrkräfte mahnen an, die ganzen Angebote seien zu "undurchsichtig und verbraucherunfreundlich". Praktische Beispiele zeigen die Problematik auf:

"Das digitale Schulbuch ist sowohl für Schüler als auch Lehrer gedacht, wie auch das gedruckte Buch. Schüler werden wohl eher selten mit großen Laptops in der Schultasche unterwegs sein, müssen also immer in die Seiten hinein zoomen. Das aber zerbricht das Layout der Doppelseiten." Quelle: damianduchamps.wordpress.com .

Es bleibt bei bloßen Hinweisen in den Aufgaben.

Bildungsexperten kommen zu einem differenzierten Urteil. Professorin Kerstin Mayrberger vom Institut für Medien- und Bildungstechnologie an der Universität Augsburg meint dazu:

"Digitalisierte Schulbücher allein haben (…) noch keinen didaktischen Mehrwert, eher einen organisatorisch-praktischen Nutzen. Innovatives Lernen mit digitalen Mitteln bedeutet, dass Schüler Information über das Schulbuch hinaus gewinnen, sich miteinander vernetzen." Und weiter: "Dass sie auf Lernplattformen Aufgaben kooperativ bearbeiten, indem sie gemeinsam oder individuell Ergebnisse sammeln oder mit gegenseitigem Feedback eine Projektarbeit gemeinsam weiterentwickeln. Das könne unabhängig von Zeit und Ort auch außerhalb des Unterrichts geschehen." Quelle: news4teachers.de

Für kleinere Kurse in der Oberstufe kann sich die Expertin sogar ein rein virtuelles Klassenzimmer vorstellen: Der Unterricht läuft dann via Video-Livestream, parallel dazu gibt es einen Chat für den interaktiven Austausch.

Noch Entwicklungspotential

Bei aller Euphorie: Das digitale Schulbuch der deutschen Schulbuchverlage ist noch ausbaufähig – auch weil es sich am Druck und an den Vorgaben der Lehrpläne orientiert. Passwörter, Nutzungsbestimmungen, Lizenzen etc. erschweren den praktischen Nutzen. Die Lehrer selbst lernen, wie sie mit den digitalen Büchern am besten unterrichten. Noch ist nicht klar, ob die Bücher aus Papier tatsächlich bald aus den Klassenzimmern verschwinden.

"Digitale Schulbücher" werden auf der Bildungsmesse 2015 präsentiert. Machen Sie sich selbst ein Bild!

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