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didacta 2021, im Februar
Fachkräfte Bildung

Achtung. Lehrer gesucht!

Pensionierungswelle - In vielen Bundesländern gilt: (Gute) Lehrer verzweifelt gesucht. Experten warnen seit Jahren vor einer Pensionierungswelle.

Pensionierungswelle - In vielen Bundesländern gilt: (Gute) Lehrer verzweifelt gesucht. Experten warnen seit Jahren vor einer Pensionierungswelle.

Fachkraefte für Bildung 2

Foto: © Shutterstock/Monkey Business Images

Der Vodafone-Stiftung zufolge berichtete jeder zweite Lehrer an weiterführenden Schulen, dass in seiner Schule Pädagogen fehlen. Deswegen ist der Bedarf an Lehrern hoch wie nie zuvor. Diese Herausforderung gibt Raum für neue Modelle, vor allem den Quereinstieg in Unterrichtsfächern, wo der Mangel besonders augenfällig ist. Insgesamt unterrichten Lehrer heute deutlich länger als früher: 2001 hörten die Beamten im Schnitt schon mit 59,7 Jahren auf zu arbeiten, jeder zweite wurde wegen Dienstunfähigkeit pensioniert. Seither müssen Lehrer, die vorzeitig in den Ruhestand gehen, finanzielle Abschläge hinnehmen. Diese Änderungen haben dazu beigetragen, dass das Pensionsalter gestiegen ist.

"In bestimmten Fächern ist ein deutlicher Lehrermangel zu erwarten", meint Ludger Wößmann, Professor für Bildungsökonomie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Denn natürlich lassen sich nicht alle Lehramtsabsolventen – selbst wenn genügend rechtzeitig fertig würden – gleichmäßig auf die freien Stellen verteilen. Die Fächerkombination, die Schulform und das Bundesland schränken die Bewerber bei ihrer Stellensuche ein wie in kaum einem anderen Beruf .

Ein deutlicher Lehrermangel ist zu erwarten

Jeder zweite der rund 800.000 Lehrer ist älter als 50 Jahre. Angesichts eines durchschnittlichen Pensionierungsalters von 62,5 Jahren dürften sich allein in den kommenden fünf Jahren rund 200.000 Lehrer in den Ruhestand verabschieden. Das sind deutlich mehr, als Absolventen an der Uni nachwachsen. Schlechte Pisa-Ergebnisse und die Forderung nach mehr Ganztagsschulen sorgen für eine Debatte um mehr Bedarf. Manche Bundesländer möchten nicht nur pensionsreife Pauker ersetzen, sondern noch zusätzliche Stellen schaffen . Daneben gibt es immer wieder Diskussionen um hohe Krankheitszahlen, Burnout und generelle Unlust.

Quereinsteiger als Lösung?

Viele Kampagnen wollen daher – nach dem Motto "neue, frische Kräfte braucht das Land" – gezielt Quereinsteiger ansprechen. Sie gelten als sinnvolles Instrument zur Überbrückung personeller Engpässe und als eine positive Bereicherung für die Schulen .

Neue, frische Kräfte braucht das Land

Dass Leute von außen die Kinder auch regulär unterrichten können, dagegen regt sich aber auch Widerstand – bei Lehrern und Eltern. Zwar erkennen viele Bundesländer ein fachlich passendes Diplom alternativ zum ersten Staatsexamen eines Lehramtsstudenten an. Die praktische Ausbildung an einer Schule, verbunden mit pädagogischen Seminaren bleibt Quereinsteigern aber nicht erspart, ebenso wenig wie das anspruchsvolle zweite Staatsexamen. Viele lockt aber der Beamtenstatus, verbunden mit einem sicheren Gehalt. Die Verbeamtung ist in den meisten Bundesländern nur bis zum 35. Geburtstag möglich. Ausnahmen sind Bayern und Baden-Württemberg, dort wird bis zum 45. verbeamtet, in Hessen neuerdings sogar bis zum 50. Geburtstag. Wer sich über die verschiedenen Voraussetzungen und Zulassungsbedingungen für den Quer- und Seiteneinstieg informieren möchte, findet eine Übersicht auf der Internetseite des Deutschen Bildungsservers. Dazu muss man unter www.bildungsserver.de im Suchfeld "Quereinstieg” eingeben. Der interessierte Nutzer erhält dann alle Informationen und Links zu den einzelnen Kultusministerien.

Informieren Sie sich über den Lehrerberuf auf der didacta 2015 vom 24. bis 28. Februar in Hannover.

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