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Lauter Einsen und Nullen, aber wo ist die Digitalisierung?

Vielleicht ist es doch noch Neuland - mit einem verheißungsvollen Wald, den wir leider vor lauter Bäumen nicht sehen: Die aktuelle dritte Ausgabe des "Monitor Digitale Bildung" der Bertelsmann Stiftung zeigt sehr deutlich, dass das pädagogische Potenzial der Digitalisierung nicht genutzt wird.

27.09.2017
BS_Grafik_Monitor-Digitale-Bildung

Mitte September veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung die Studie "Die Schulen im digitalen Zeitalter" als dritte Ausgabe des "Monitor Digitale Bildung", der eine umfassende und repräsentative empirische Datenbasis zum Stand des digitalisierten Lernens in den verschiedenen Bildungssektoren in Deutschland liefert. Rund 2 000 Schüler, Lehrer und Schulleitungen sowie Experten aus Politik und Verwaltung wurden für die aktuelle Studie zu den Themenfeldern Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung befragt. Zudem führten die Autoren der Studie zahlreiche qualitative Interviews mit bildungspolitischen Entscheidern. Aus dem Ergebnis der Studie lässt sich eine klare Aufforderung zum Handeln ableiten: Zwar haben sehr viele Menschen im Bildungsbereich erkannt, dass die digitale Welt das Lernen - wie kaum eine gesellschaftliche Entwicklung zuvor - positiv verändern könnte, doch trotz der grundsätzlichen Bereitschaft zur Anwendung der neuen Technologien fehlen noch immer Konzepte, Weiterbildungsangebote und Infrastrukturmaßnahmen.

Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung belegt also ein konzeptionelles und technisches Vakuum, wie es ihre Autoren ausdrücken. So bauen die meisten Lehrer selbst längst etablierte Medien wie YouTube, Wikis und Power Point nur gelegentlich in ihren Unterricht ein. Und noch seltener sollen laut der Studie neuere Anwendungen wie Lern-Apps, Lernspiele oder Simulationen den Weg in die Schulpraxis finden. Nicht einmal zehn Prozent der Lehrer setzen digitale Medien ein, die kreatives, individuelles oder interaktives Lernen fördern. Zudem verbieten 62 Prozent der Schulen, dass Schüler private Endgeräte im Unterricht verwenden, obwohl es eine Antwort auf die häufig schlechte technische Ausstattung der Schulen sein könnte. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka warb daher am Tag der Veröffentlichung der Studie mit Bezug auf deren Ergebnisse für ihre Initiative "Digitalpakt Schule": "Ich bin mir mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Ländern einig: Mit dem "Digitalpakt Schule" tun wir den entscheidenden Schritt, um das Engagement der Lehrkräfte in der digitalen Bildung zu stärken. Wir wollen die IT-Infrastrukturen flächendeckend ausbauen, die Lehrkräfte besser qualifizieren und für die Entwicklung entsprechender pädagogischer Konzepte sorgen. Unser gemeinsames Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern gute digitale Bildung zu vermitteln."

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