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didacta 2018, 20. - 24. Februar
Bildung

Jugendliche im Netz: Fake News und Meinungsfreiheit

Es wird immer schwerer, Manipulation, Täuschung und Lügen in digitalen Medien zu entlarven. Fake News sind kaum zu verhindern, aber gerade junge Menschen können lernen, damit umzugehen. Wie es gelingen kann, Medienkompetenz zu stärken.

12.02.2018
Fake_News
©Flickr/Marco Verch (CC BY 2.0)

Hannover. Digitale Medien und soziale Netzwerke haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen Imagewandel durchlebt. Während des Arabischen Frühlings beispielsweise war die Euphorie über die freie Meinungsäußerung via Twitter, Facebook & Co. groß. Heute richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf Fake News und Heerscharen von Bots und Trollen, die ihr Unwesen in den Netzwerken treiben. Entwicklungen in der digitalen Welt wie Cyberangriffe während Wahlkämpfen werden zunehmend von Politik und Gesellschaft als Gefahr für die Demokratie gesehen. Fake News sind im Internet ein so stark verbreitetes Phänomen, dass laut einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW knapp 60 Prozent der deutschen Nutzer beim Surfen schon einmal persönlich mit Falschmeldungen in Berührung gekommen sind.

Klassische Medien weiterhin gefragt
Zwar spielen klassische Medien beim Nachrichtenkonsum weiterhin eine wichtige Rolle, doch laut "Reuters Institute Digital News Survey" der Universität Oxford ist der Anteil der 18- bis 24-Jährigen, die soziale Medien und Blogs als Hauptquelle nutzen, von 2016 auf 2017 von 16 auf 23 Prozent angestiegen. Als die einzige Nachrichtenressource werden soziale Medien aber auch in dieser Altersgruppe von lediglich 2,8 Prozent verwendet. Über die Hälfte der 18- bis 24-jährigen Onliner schaut im Laufe einer Woche Nachrichten im linearen Programmfernsehen. Für jeden Dritten ist TV die wichtigste Nachrichtenquelle.

Außerdem sind Nachrichten aus dem Web nicht automatisch Fake News. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Matthias Döpfner, erinnerte deshalb laut "Tagesspiegel" unlängst daran, das Netz, darunter Facebook und Twitter, verstärke gute und schlechte Dinge, es sei nicht generell zu verteufeln. Es müsse darum gehen, Nutzer in die Lage zu versetzen, den Wert einer Information einzuschätzen.

Hilfsmittel für Lehrkräfte
In vielen Bundesländern ist Medienkompetenz mittlerweile fester Bestandteil des Schulcurriculums und auch die Bildungsmedienverlage geben Lehrerinnen und Lehrern mit Materialien und Fortbildungen Hilfestellungen an die Hand, mit denen sie das Thema Fake News im Rahmen des Politik- oder Medienunterrichts nachhaltig vermitteln können. Namhafte IT-Unternehmen, Stiftungen und Verbände unterstützen mit Initiativen und Projekten. Dennoch kritisieren Bildungsexperten noch die praktische Umsetzung. Medienexpertin Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen, hält Medienkompetenz für eine der zentralen Kulturtechniken unserer Zeit. Das Thema "wurde zu lange vernachlässigt, nicht als zentrales Element erkannt, obwohl es in jedem Lehrplan steht", äußerte sie sich laut "Tagesspiegel". Durch aktive Mediennutzung sollen Kinder und Jugendliche eine Kritikfähigkeit herausbilden, die ihnen beim Auswählen und Bewerten unterschiedlicher Medienangebote hilft. "Wobei Medienkompetenz oder Medienkunde in Schulen heute noch oft genug bedeutet, sich mit der Klasse einen Kinofilm anzuschauen. Das ist zu wenig", sagt die Expertin.

Unterstützung erhalten Lehrkräfte auch von den Medienmachern selbst. Sie können entscheidend dazu beitragen, den Wert einer Information besser einschätzen zu können. Das liegt in der derzeitigen Debatte um den Vertrauensverlust in die "Lügenpresse" nicht zuletzt im eigenen Interesse. Doch auch die Schulen profitieren davon. Mittlerweile gibt es viele gute Initiativen - von #ZDFcheck17, die anlässlich der Bundestagswahlen ins Leben gerufen wurde, über den Faktenfinder der Tagesschau bis hin zum Webvideo-Projekt FakeFilter, das im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem YouTuber Mr.Trashpack realisiert wurde. Hier finden Lehrkräfte Informationsmaterial, das sie im Unterricht einsetzen können, um Schüler auf den kompetenten Umgang mit Fake News vorzubereiten.

Copyright für Bild: Flickr/Marco Verch (CC BY 2.0)
Bildunterschrift: Fake News sind im Internet ein stark verbreitetes Phänomen.
Hinweis zur Bildnutzung: Dieses Bild steht unter http://bit.ly/2z8xiDx zum Download bereit. Bitte beachten Sie die Nutzungshinweise auf creativecommons.org/licenses/by/2.0/ .

Dazu auf der didacta 2018 in Hannover:
Forum didacta aktuell (Halle 12, Stand D14)
Freitag, 23. Februar 2018
14:00 – 14:45 Uhr
Fake News und Demokratieverständnis: Bildungspolitische Herausforderungen
Es diskutieren:
Thomas Feibel, Autor, Journalist, Büro für Kindermedien
Volker Siefert, freier Reporter und Redakteur beim Hessischen Rundfunk
Schülerinnen und Schüler aus dem deutsch-französischen Jugendcamp des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum Thema Meinungsfreiheit
Rebecca Renatus, Technische Universität Dresden, Institut für Kommunikationswissenschaft
Moderation: Stefany Krath, www.bildungsklick.de, die-journalisten.de
Veranstalter: Didacta Verband e.V./Litcam
fake-news-und-demokratieverstaendnis-bildungspolitische-herausforderungen/PAN/82227

Forum Unterrichtspraxis (Halle 12, Stand D46)
Dienstag, 20. Februar 2018
15.00 – 16.30 Uhr
Dialogforum: Unterrichtsqualität in der digitalen Welt
Prof. em. Dr. Hilbert Meyer, emeritierter Professor für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Carola Junghans, Pädagogische Seminarleiterin am Studienseminar und Grundschullehrerin in Oldenburg; Lehrbeauftragte im Praxissemester an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e. V.
unterrichtsqualitaet-in-der-digitalen-welt/VOR/81664

Mittwoch, 21. Februar 2018
12.00 – 13.00 Uhr
Medienkompetent/z ausbilden an niedersächsischen Studienseminaren
Dr. Nicole Proksza, Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), Fachbereich 35 Medienbildung, Hildesheim
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e. V.
medienkompetenz-ausbilden-an-niedersaechsischen-studienseminaren/VOR/81666

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