Das HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) hat die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen des Studiums im deutschen Hochschulsystem denen anderer europäischer Länder verglichen. Besonders interessant war das Ergebnis bezüglich der Auslandsaufenthalte.
Demnach hatten 9 % aller Studierenden in Deutschland zum Befragungszeitpunkt zeitweise ein Auslandsstudium absolviert – damit liegt die Bundesrepublik nur im Mittelfeld. Bei den Auslandspraktika wiesen Studierende aus Deutschland allerdings den dritthöchsten Wert auf.
Wie das Institut des Weiteren mitteilt, hat nur für knapp die Hälfte (49 %) aller Studierenden in Deutschland das Studium einen höheren Stellenwert als andere Interessen, wie z.B. Erwerbstätigkeit oder Familie. Das bedeute aber nicht, dass es nicht mit Erfolg absolviert werde. Denn in der Gegenprobe zeigte sich, dass das Studium nur bei 5 % einen geringeren Stellenwert als andere Aktivitäten hat. Die Einschätzung, so das Institut, könne vielmehr Ausdruck dafür sein, dass Studierende versuchten, Familie und Erwerbstätigkeit mit dem Studium in Einklang zu bringen, was insbesondere auf ältere Studierende zutreffe.
Ein Dauerkritikpunkt bleibt offenbar kaum verändert: In Deutschland (und in vielen anderen der untersuchten Länder) sind Studierende aus bildungsfernen Schichten an den Hochschulen unterrepräsentiert. Hierzulande sind diese Studierenden jedoch vergleichsweise stark in Bachelor-Programmen vertreten. Es könne vermutet werden, dass ihr Anteil zukünftig weiter steigen werde.
Auf der Download-Seite der Webpräsenz des HIS-HF steht die EUROSTUDENT-Broschüre als PDF bereit. (Quelle: HIS-HF/sp)